Landesgruppe NRW

Ursachen von ADHS

Die Ausprägung ADHS-spezifischer Verhaltensweisen und die daraus resultierenden Schwierigkeiten sind individuell sehr unterschiedlich. Solche Kinder gab es schon immer, nur fallen sie heute in unserer leistungsbezogenen Gesellschaft, in unserem Schulsystem eher auf und leiden, wie auch ihre Eltern und Erzieher darunter, dass sie sich nicht so steuern können, wie es von Ihrem Umfeld erwartet und gefordert wird.

Trotzdem haben sie gute Chancen, ihr Leben zu meistern, wenn man ihre Stärken erkennt und fördert. ADHS ist kein Erziehungsfehler und keine gewollte Marotte der Kinder und Jugendlichen. Es ist auch keine "Modediagnose".
ADHS ist vielmehr eine Störung mit neurobiologischen Besonderheiten in den Informations-Verarbeitungs-Prozessen des Gehirns, die akzeptiert werden sollte.

Die genauen Ursachen kennt man auch heute noch nicht.

Wissenschaftliche Studien, z.B. in der Zwillingsforschung, lassen jedoch vermuten, dass es sich um eine genetisch bedingte Andersartigkeit im Stoffwechsel des Frontalhirns handelt. Man kann wohl davon ausgehen, dass es auf das richtige Zusammenspiel mehrerer Gene ankommt.

Der Botenstoff "Dopamin" spielt hier eine wichtige Rolle bei der Steuerung der Informationsverarbeitung und deren Fehlfunktion. Hier setzen auch die gängigen bei ADHS wirksamen Medikamente an.

Nach den neuesten Erkenntnissen scheinen aber auch noch andere Neurotransmitter wie "Noradrenalin" und "Serotonin" mit hinein zu spielen. Dadurch wird auch deutlich, dass jeder Fall individuell zu sehen ist.

Viele Fragen nach weiteren Ursachen, möglichen Einflüssen usw. führen oft zu einer Verunsicherung der Betroffenen und deren Umfeld. Hierzu trägt leider oft auch die unsachliche Medienberichterstattung bei.

Von angeblichen alternativen Heilmethoden kann nur abgeraten werden. Sie strapazieren nur Ihren Geldbeutel.
ADHS ist leider nicht heilbar, aber relativ gut behandelbar.

Auffallend ist, dass sehr viele ADHS-Kinder/ -Menschen auch Allergiker sind, Nahrungsmittelunverträglichkeiten zeigen oder eine andere Stoffwechselstörung haben. Es ist daher in der Praxis sehr oft zu beobachten, dass sich die typischen ADHS-Symptome, wie die Hyperaktivität und die Reizbarkeit, sich nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel oft erheblich verstärken oder erst in ausgeprägter Form in Erscheinung treten und nach dem Verzicht auf diese Stoffe sich eine merkliche Verbesserung der Symtomatik einstellt.

Bisher konnte wissenschaftlich nicht geklärt werden, ob die Nahrungsmittelunverträglichkeiten als eine Ursache oder nur bei Personen mit entsprechender Veranlagung / Disposition als ein Verstärkungsfaktor oder Auslöser der ADHS-Symptomatik anzusehen ist. Die Praxis hat auch gezeigt, dass die Aufmerksamkeitsstörung weniger beeinflusst wird, wohl aber die Hyperaktivität.

Siehe hierzu mehr auf den Webseiten des Bundesverbandes: www.adhs-deutschland.de.

Die Forschung ist in Bewegung!